Tranexamsäure (TXA) ist ein vielseitiges antifibrinolytisches Mittel, aber die Bestimmung der optimalen Dosis und Verabreichungsstrategie kann komplex sein, da Wirksamkeit und Sicherheit je nach klinischer Indikation, Patientenmerkmalen und Verabreichungsweg erheblich variieren können.

Bei akuten Blutungen wie Traumata und postpartalen Hämorrhagien (PPH) ist eine sofortige Verabreichung entscheidend. Bei Traumata ist die frühe Verabreichung (innerhalb von 1-3 Stunden nach der Verletzung) mit dem größten Mortalitätsvorteil verbunden, typischerweise mit einer 1-Gramm-Aufdosierung, gefolgt von einer Infusion. Bei PPH wird eine sofortige intravenöse Verabreichung von 1 Gramm empfohlen, mit einer zweiten Dosis bei Bedarf.

Bei chirurgischen Eingriffen unterscheiden sich die Dosierungsstrategien. In der Herzchirurgie, wo höhere Dosen verwendet wurden, gibt es einen Trend zu niedrigeren Dosen (z. B. 10-15 mg/kg), um das Risiko von Krampfanfällen zu mindern und dennoch hämostatische Vorteile zu erzielen. Orthopädische Operationen verwenden häufig Dosen von etwa 10-20 mg/kg, wobei kombinierte intravenöse und topische Anwendungen eine verbesserte Wirksamkeit zeigen.

Der Verabreichungsweg spielt ebenfalls eine Rolle. Während die intravenöse Verabreichung schnelle systemische Wirkungen erzielt, kann die topische Anwendung die systemische Absorption minimieren und das Risiko systemischer Nebenwirkungen reduzieren, was sie zu einer praktikablen Option für Patienten mit hohem Risiko für thrombotische Ereignisse oder an spezifischen Operationsstellen macht.

Faktoren wie die Nierenfunktion erfordern Dosisanpassungen, da eine eingeschränkte Nierenfunktion zur Akkumulation von TXA führen kann. Darüber hinaus gilt das Prinzip 'Die Dosis macht das Gift'; höhere Dosen können die Wirksamkeit bei der Blutstillung erhöhen, aber auch das Risiko von Nebenwirkungen wie Krampfanfällen erhöhen.

Die Wahl der richtigen Tranexamsäure-Dosierung erfordert eine sorgfältige Berücksichtigung des Zustands des Patienten, des spezifischen Blutungsszenarios und potenzieller Risiken. Während Leitlinien einen Rahmen bieten, sind individualisierte Behandlungsstrategien, möglicherweise geleitet von viskoelastischen Gerinnungsanalysen, unerlässlich, um die Ergebnisse zu optimieren und die Patientensicherheit zu gewährleisten.